Einsatz in Bergheim – NRW, Deutschland
Microsoft hat am 12. März 2026 in Bergheim nach eigenen Angaben den ersten Spatenstich für ein neues Rechenzentrums-Cluster im Rheinischen Revier gesetzt. Das Unternehmen spricht von einem zentralen Infrastrukturprojekt für den Ausbau von Cloud-Computing und Künstlicher Intelligenz in Deutschland. Geplant sind Standorte in Bergheim, Bedburg und Elsdorf. Gleichzeitig teilten Microsoft sowie die Städte Bergheim und Bedburg mit, dass die Baugenehmigungen für die dortigen Rechenzentren erteilt worden seien. Der Baustart wird von Bund, Land und Kommunen als Signal für den Strukturwandel in der ehemaligen Kohleregion bewertet.
Nach Darstellung des Unternehmens soll das Cluster zusätzliche Rechenkapazitäten für Wirtschaft, Verwaltung und Forschung schaffen. Bundesdigitalminister Karsten Wildberger kündigte in diesem Zusammenhang eine nationale Rechenzentrumsstrategie an, die nach seinen Worten in der kommenden Woche ins Kabinett eingebracht werden soll. NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst und Wirtschaftsministerin Mona Neubaur bezeichneten das Vorhaben als wichtigen Schritt auf dem Weg von der Industrie- und Kohleregion hin zu einem digitalen und klimafreundlichen Wirtschaftsstandort. Belastbare Angaben zur Zahl der dauerhaft entstehenden Arbeitsplätze machte Microsoft in der Mitteilung nicht.
Ein weiterer Schwerpunkt des Projekts liegt auf Qualifizierung. Nach Unternehmensangaben haben in Nordrhein-Westfalen bereits rund 10.000 Lehrkräfte an einem KI-Fortbildungsprogramm teilgenommen. In der Finanzverwaltung wurden demnach bis Februar 2026 rund 25.000 Buchungen für KI-Grundlagenkurse registriert. Für Auszubildende soll Ende April eine Pilotphase für weitere Schulungsangebote starten. Hinzu kommen Informations- und Bildungsformate wie FR-AI-DAYs in Köln und ein KI-Mobil, das seit September 2024 bei Veranstaltungen im Land im Einsatz ist.
Beim Thema Energie verweist Microsoft auf vollständig über Stromabnahmeverträge gedeckten erneuerbaren Strombedarf im Jahr 2025. Für den Standort Bergheim baut Westnetz eine neue Umspannanlage, um den Netzanschluss des Rechenzentrums abzusichern. Zudem kündigt Microsoft für die neuen Anlagen ein Kühlsystem in geschlossenem Kreislauf an, das ohne laufende Wasserverdunstung auskommen soll. Angaben zu tatsächlichem künftigen Strombedarf, Lastspitzen oder regionalen Netzfolgen des Clusters enthält die Mitteilung nicht. Diese Fragen dürften mit Blick auf Versorgungssicherheit, Flächenverbrauch und Akzeptanz vor Ort eine zentrale Rolle in den weiteren Verfahren spielen.
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Quelle: Alexander Franz